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Zwischen Paris und Mailand liegen Dreck, Wäsche, Emotionen & ein bisschen (Hunde-) Liebe ;) #aussie #alltag #mamaauszeit

Ich bin weder stinkreich (weit entfernt davon 😉 ) noch im Modebusiness oder Jetsetter.

Ich bin eine Mutter.

Eine Mutter und neuerdings zweites Hundefrauchen – oder Oma – ich raff’ meine Position noch nicht so genau. Die Hündin kapiert es ebenso wenig. 😉

Ich bin eine Mutter, die in letzter Zeit vermehrt mit der schlammigen Jeans auf allen Vieren am Fussboden rumrutscht und Häufchen aufsammelt und Pfützen beseitigt.

Eine Mutter, die kein teures Parfum mehr trägt und stetig den mittlerweile äußerst abtörnenden Geruch von Enzymreiniger in der Nase hat.

Ich stopfe ganze Waschmaschinen-Ladungen voll, ziehe im Eildurchgang Betten ab, teile und multipliziere Brüche, heule verzweifelt – und fühle so stark und intensiv für meine Kinder – und für alle anderen Mitmenschen auch.

Herz über Kopf ist in meinem Fall viel zu sehr Programm!

Und ich habe ein überdimensional stark-lastendes Gewissen.

Gerade in diesen Tagen zwischen zwei ganz besonderen Wochenenden.

Mama-Auszeit in Mailand!

Denn ich – Jetsetter 😉 – war an einem Wochenende in Paris und werde am nächsten in Mailand sein. 😉

Dies alles jeweils ohne Kinder und Hund.

Es hat sich zeitlich nur so ergeben und war beides schon seit vielen Monaten genau so geplant.

Dennoch fällt mir die diesjährige Freundinnen-Reise – die traditionelle Mama-Auszeit – in diesem Jahr einmal schwerer als sonst!!!

Denn ich werde nicht nur drei – schon so große – Kinder zurücklassen, sondern auch eine kleine, wilde Hündin. Und übertrage somit die Aufgabe auf die beiden Töchter, die das Ganze zwar ganz prima managen und mehr Geduld an den Tag legen als ich es tue – und trotzdem fällt mir diese Entscheidung schwer.

Es wird eine bewusste Entscheidung für mich und meine Freundin sein.

(Allerdings nur für drei Nächte – mehr “schaffe” ich leider nicht. 🙂 )

Eine Reklamation

Doch bevor Mama alleine auf Reisen geht, habe ich noch eine Beschwerde abzugeben.

Oder eine Reklamation.

Oder eine Liebeserklärung.

So ganz genau weiß ich das noch nicht!

Doch Eines ist klar:

SIE ist schuld!!!

Sie sorgt dafür, dass ich Mittags um zwölf schon fix und fertig mit dem Tag bin.

Meist ist meine Hose dann schon nass und verschmutzt und die Schminke verschmiert – sofern ich es überhaupt schon zu Tusche und Kajal geschafft habe.

Wegen ihr herrscht im Wohnzimmer keine Heimeligkeit mehr, denn alle Teppiche mussten blankem, kühlen Laminat weichen. Weil es leichter zu wischen ist und weniger Arbeit macht.

Und weil Teppiche verdammt-nochmal-kein-Spielzeug-oder-Beute-sind!!!

Sie hat Leisten angenagt und Löcher in Gardinen gerissen und sich am Stuhlbezug festgebissen – und lässt den Traum von “Schöner Wohnen” in schier unerreichbare Fernen schwinden.

Dekoration kann wegen ihr nur noch an den Wänden stattfinden, in ausreichender Höhe – und meine liebsten Schuhe sind weggeräumt. Vielleicht finde ich sie auch nie wieder.

Sie zwingt zur Lässigkeit und raubt den letzten Nerv

Sie ist schuld daran, dass ich mich nicht mehr so ganz fraulich und attraktiv finde, und stattdessen schnell in Leggings, Boots und Funktionsjacke schlupfe.

Und wegen ihr habe ich sicherlich das eine oder andere graue Haar mehr bekommen.

Es ist ihre Schuld, dass ich auf Geräusche des Mannes im Haus mehr als gereizt reagiere, denn er hindert am Schlaf, an ihrem Schlaf – und macht mir damit das Leben schwer.

Sie raubt mir den letzten Nerv und ich mag es manchmal gar nicht, dass sich in diesen Wochen einzig und allein alles nur um sie drehen muss, Gespräche, Streitigkeiten, mein Google-Suchverlauf.

Es ist ihre Verantwortung, dass ich beinahe eine Affäre mit Gemini begonnen habe, “ihn” jetzt aber blöd finde, weil er mir das Blaue vom Himmel und einen schlafenden Australian Shepherd mit geregeltem Tagesablauf verspricht!!!

(Ahahahaha – wir sind Fünf (!) – versucht hier mal ganz viel Ruhe und geregelte Abläufe reinzubringen!!!)

Sie macht Dreck!

Sie trägt ferner Schuld daran, dass ich keine Feuchttücher und Küchenrolle mehr sehen kann und mir der Geruch von Enzymreiniger mittlerweile zuwider ist, ich mir hingegen frische-geputzte Toiletten und Regale einmal mehr wünsche.

Nur komme ich nicht dazu, wegen ihr.

Sie hat meinen Content hier auf dieser Seite gewandelt und verändert, auch das kreide ich ihr an!

Und sie trägt Schuld daran, dass unser aller Familienleben gefühlt nur zwischen Tür und Angel stattfinden kann.

Ich fühle mich gehetzt und verzweifelt, ratlos und gereizt – wegen ihr.

Sie hat mich schon tausend Mal diese Entscheidung zu einem noch so unbekannten Abenteuer infrage stellen lassen – wie konnten wir uns ausgerechnet in DIESE Rasse verlieben?

Sie ist ein Schatten, mein Schatten, und verfolgt mich auf Schritt und Tritt – und hat sich in unser doch schon so volles Leben gedrängt.

Sie fesselt mich ans Haus und fordert heraus, sie müffelt (irgendwie nach Fischotter oder so 😉 ) und steht ständig im Weg.

Eine Liebeserklärung

Sie überschlägt sich vor Liebe, Liebe zu MIR und zu uns!

Sie tanzt vor Freude und hüpft und wedelt sich den Schwanz ab!

Und sie begrüßt mich wie eine Schiffbrüchige, die nach einem Jahr wieder lebendig aufgefunden wird.

Das macht sie bei jedem Wiedersehen – und mir geht das Herz auf.

Sie gibt mit das Gefühl das Größte auf der Welt zu sein und überschüttet mich mit Zuneigung (und seeehr feuchten Küssen mitten ins Gesicht) und sie lauscht so gerne meiner Stimme.

Sie lässt mich sanfter sprechen und leiser und irgendwie gefällt mir diese beherrschte und ruhige Seite an mir.

Ja, sie zwingt mir sogar die Sache mit der Frustrationstoleranz auf. 😉

Sie sorgt dafür, dass ich über meinen Schatten springe und einfach mal so aus dem Haus gehe, so wie ich bin, ungeschminkt, in der schmutzigen Jeans – aber mit einem befreiten Gefühl.

Sie lässt meine Sorgen und Probleme im Hintergrund verschwinden, hierfür bleibt im Hier und Jetzt wenig Raum.

Und sie lässt mich mich selbst hinterfragen. Warum habe ich mir überhaupt immer so viele Gedanken gemacht und den Kopf zerbrochen.

Sie fordert mich dazu auf, das Leben leichter zu nehmen und ich fühle diese drückende Schwere trotz dem Stress, den sie aktuell verursacht, weniger.

Sie tut gut!

Denn sie ist es ebenfalls, die MICH gerade formt und ändert!

Sie lässt uns als Familie gemeinsam Tränen lachen und einander unterstützen und hält für mich Raum und Zeit an.

Wir entdecken die Welt gemeinsam, sehen sie aus einer neuen Perspektive und feiern kleinste Fortschritte.

Wenn ich niese, dann spendet sie mir Trost (es wäre nicht nötig, mir ist doch nichts passiert! 😉 ) und sie legt ihr Köpfchen in meinen Schoß.

Sie hat die wunderschönsten grünen Augen, “Hazel Eyes” eben und ihr Fell leuchtet so golden in der Sonne.

Wie sehr sie genießt, kraulen wir das Bäuchlein und wie brav sie im Zimmer der Tochter die ganze Nacht (!) durchschläft!

Sie studiert und beobachtet uns, legt das Köpflein schief und lässt uns heimlich verzückt zu ihr rüber-gucken!

(Heimlich!!! Sonst haben wir verloren!)

Sie hört zu – ohne zu bewerten – und verzeiht jeden Flucher und jedes Schimpfwort.

Und sie bleibt an unserer Seite (hat ja keine Wahl 😉 ) – bedingungslos – und akzeptiert eine jede Seite von uns.

Sie lernt so unfassbar schnell und überrascht jeden einzelnen Tag mit zauberhaften, herzerwärmenden Augenblicken.

Und irgendwie werde ich den kleinen, stinkenden Aussie-Dino (fast) genauso dolle vermissen, wie meine Kinder zu Hause!

Allen Hessen einen guten Start in die Osterferien!

Eure 

Alex

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