Samstag. Ich hatte bis zuletzt gehofft. Selbst als ich auf der Couch lag und mir…
Vom Welpen zum Junghund & meine Nerven fahren Achterbahn! Aussie-Update! :)
Ich möchte ganz ehrlich sein – die letzten Wochen waren gerade für mich selbst, meine Psyche und mein Gefühlsleben ein wirklich anstrengender emotionaler Ritt.
Und die Fahrt ist noch lange nicht vorbei!
Ich kann noch nicht aufatmen und mich in Sicherheit wähnen und den Gurt lockern.
Und auch sehe ich noch nicht das Ziel, welches mich tröstend und mit offenen Armen empfängt – vielleicht ein hübscher Strand mit dem Schild und Namen
“Ab hier ist alles einfacher und besser” (Chill ma, Muddi!) 🙂
Und ich fürchte, bis dahin sind auch noch ein paar ruckelige Kurven auf der alten Holzachterbahn zu fahren.
Es wird noch Tränen geben und ich werde fluchen, immer und immer mal. Und ich werde mich schlecht fühlen im Anschluss und mir abermals vornehmen, vermehrt an meiner Geduld, Ruhe und Zuversicht zu arbeiten und tapfer zu sein und mich auf die vielen schönen Momente, die da sind, zu fokussieren.
Gerade heute bin ich irgendwie ganz schön bedrückt und traurig, der Kloß sitzt tief.
Und – auch wenn es mir schwerfällt, dies hier zuzugeben – ich glaube, ich bin in unserer Familie diejenige, die sich am Schwersten mit dem neuen Alltag tut.
Weil mir diese Umstellung und neue Herausforderung auch um die Zeit mit meinen Kindern – gerade mit der jüngsten Tochter – , die ich jetzt nicht mehr in gewohnter Ruhe und in gewohntem Umfang haben kann, leid tut!
Denn eine kleine Hündin im Haus als neues Familienmitglied bereichert nicht nur, sie nimmt auch gemeinsame Familienzeit.
Sie stiehlt heimlich alte Gewohnheiten und lässt umdenken und lässt noch so viel weniger Zeit. Zeit, die zuvor schon knapp bemessen war.
Nobody said it was easy! 😉
Jetzt könne man meinen, so etwas weiß man doch im Vorfeld, wenn man sich einen Hund ins Haus holt!
Gerade ist er noch ein Baby und muss trainiert und rund um die Uhr beobachtet, begleitet und betreut werden.
Und dennoch muss man Dinge vielleicht erst fühlen und erfahren – und letzten Endes daran wachsen.
Vielleicht um sich selbst zu sagen:
“JA! Wir haben uns in ein Abenteuer und Experiment gestürzt! Aber alle gemeinsam – mit viel familiärem Zusammenhalt – schaffen wir das schon!”
Trotzdem fand ich mich eben mit Tränchen in den Augen wieder.
Denn ich vermisse – trotz diesem neuen Leben und dieser neuen Liebe im Haus – auch unser altes Leben zu Fünft ein wenig.
Das ist mir vorhin bewusst geworden, als ich die jüngste Tochter in die Schule fuhr und die kleine Hündin bei der Großen, die leider immer noch krank ist, blieb.
Wir waren früh dran und hatten auf dem Parkplatz noch wenige kostbare Minuten zu Zweit.
Zeit zum Reden und Händchen-halten, denn Quality Zeit gerade mit diesem jüngsten Kind kommt aktuell einfach viel zu kurz.
Und ich vermisse dadurch irgendwie dieses Kind, welches doch genau jetzt im Sauseschritt groß werden wird – und ebenfalls genau jetzt doch noch gerne Dinge mit ihrer Mama unternehmen möchte!
Eine beschäftigte Mama, eine (leicht 😉 ) gestresste Mama
Doch diese Mama ist in den letzten Wochen eine recht beschäftigte Mama geworden.
(Der Magen-Darm-Infekt, der alle Fünf böse erwischte, trug seinen Teil dazu bei.)
Eine Mama, die noch immer mehrmals täglich vollgepieselte Flur-Läufer in die Waschmaschine stopft und Kacka mit Hygientüchern vom Laminat aufsammelt, eine Mama, die Vormittags nicht mehr effektiv sein kann und stattdessen zur Ruhe begleiten muss, erste Spaziergänge an der Leine probt, Schnüffelspiele veranstaltet, Pipi wegwischt, Futter reicht, wieder zum Lösen in den Garten geht, Möbel verteidigt (!!!), streichelt und beruhigt, gefrorene Karotten reicht, reguliert, wieder Pipi wegwischt und mit einem kleinen reizüberfluteten Fell-Wesen die Welt entdeckt.
Da sind zauberhafte Momente dabei, das ganz gewiss!
Doch der Haushalt bleibt liegen, die Arbeit auch – und muss am Nachmittag, wenn die Kinder wieder im Haus sind und mit aufpassen können, nachgeholt werden.
Wir können keine spontanen Fahrrad-Ausflüge mehr machen, die Jüngste und ich.
Denn wir müssten uns erst abstimmen, wer auf die Hündin in der Zeit aufpasst und wessen Bedürfnisse gerade dringlicher sind.
Da unsere Hündin noch immer nur schwer zur Ruhe findet, hält uns das auch am Nachmittag viele Stunden beschäftigt.
Und wir trainieren, beruhigen, sind leise, regulieren.
Vieles bleibt halt liegen
Manchmal habe ich sogar Angst, dass zwischen alledem nur noch wenig Zeit für wichtige Dinge wie die Hausaufgabenbetreuung oder das Lernen für Klassenarbeiten bleibt.
Denn ein überdrehter, bellender Hund lässt schlecht konzentrieren und bei der Sache bleiben.
Ja, unsere kleine 16-Wochen-alte-Fellnase, die wir alle so sehr ins Herz geschlossen haben und gewiss nicht mehr hergeben möchten, hält gerade am Nachmittag und Abend alle Familienmitglieder auf Trab!
Und Vieles muss liegen bleiben und darunter “leiden“.
Auch Zeit, die ich mir sonst für die Kinder und Gespräche oder Termine nehmen konnte.
Und das tut mir weh und macht mich in kurzen Momenten auch traurig.
Wir streiten mehr als in den Monaten vor dem Hund. Denn es ist schwer, sich zu Fünft auf Dinge zu einigen und auf einer Seite zu sein.
Herausfiltern was hilft und gut tut
Und hin und wieder nervt es mich auch ein ganz klein wenig, dass wir uns so sehr bemühen und anstrengen müssen, damit wir dieses Wesen auf vier Pfoten schon irgendwann groß und ruhiger und ausgeglichener bekommen.
Kann das nicht schneller passieren? 😉
Manchmal denke ich sogar, wir machen zu viel!
ICH lese zu viel und höre zu viele Meinungen und sehe auf den sozialen Medien zu viele Tipps – und frage viel zu oft diese dumme KI um Rat.
(Langsam werde ich kirre – und irgendwann frage ich Gemini noch nach einem Date! 😉 )
Denn natürlich, als absolute Anfänger in Sachen Hund machen wir viele Fehler!
Wir machen aber auch ganz schön viel – intuitiv – richtig, habe ich gemerkt!
Und ich bin mir noch nicht sicher, ob das viele Lesen wirklich gut tut. Oder ob ich mich von diesem Druck mal befreien und einfach mal auf’s Bauchgefühl hören sollte.
Denn am Abend liege ich im Bett – und kann einfach keine Hunde-Themen mehr hören.
Vielleicht gilt es – wie so oft im Leben – nur DAS herauszufiltern, was wirklich hilft und gut tut.
Und dann ist da wieder dieser Zauber
Auf der anderen Seite – um hier die Kurve ‘gen Sonnenschein und zauberhafte Momente zu bekommen – lerne ich auch gerade viel!
Hazel bringt MIR viel bei!!! 🙂
Ich muss noch so viel mehr in mir selbst ruhen, merke ich!
Denn der Hund spiegelt im Zweifel meine eigene Anspannung und Nervosität.
Und ich merke, dass ich es teils sogar schon kann!
Dieser Hund hat mich schon jetzt gelehrt, auch in schwierigen Situationen und Momenten leise und bedacht zu sprechen. Und dadurch, dass es gilt das Tierchen zu beruhigen, beruhige ich mich gleichzeitig selbst. Und Herausforderungen sind einfacher zu bewältigen!
Der Hund bringt mir bei, dass Zeit im Zweifel keine Rolle spielt. 🙂
Im Garten beobachten wir zusammen Vögel und lauschen bewusst den vielen Reizen.
Dabei kraule ich durchs Fell, nehme mir die Zeit und hocke mich zu dem Wesen ins Gras.
Weil es hilft, lehrt und beruhigt – uns beide.
Ich lerne sie zu lesen und Bedürfnisse zu erkennen und das ist ein tolles Gefühl!
Und vor allem lerne ich auch, wie sehr meine Kinder diese kleine Hündin lieben.
Und dass – entgegen meinem drückenden Kloß im Hals – keines leidet und ob der neuen Alltagssituation traurig ist.
Die schon so großen Kinder sind happy und es geht ihnen gut.
Vielmehr als das zeigen sie teils mehr Verständnis ob der neuen Gegebenheiten (Gewohnheitstier ich 😉 ), als ich es tue.
Ich beobachte Hilfsbereitschaft untereinander und sehe heimlich schmunzelnd den Sohn (der erst keinen Hund wollte) wie er liebkost und spielt und entzückt strahlt.
Ich merke wie spannend und schön “erste Male” sind – fast wie damals zu Baby-Zeiten!
Und vielleicht ist so eine nervenaufreibende Achterbahnfahrt ja auch ganz cool und lustig und bringt neuen Schwung (und angenagte Fussleisten, geklaute Sofa-Kissen, verschleppte Fussmatten und zerkratzte Tischbeine) ins Leben!
Weiter geht das Abenteuer zu Sechst – wir schaffen das! 🙂
Eure
Der Text gefällt? Dann Daumen hoch für die Alex!

Comments (0)